Aus der Asche

Ihr Lieben,

ich bin wieder hier. Mit meinem alten Blog. Und freue mich :)

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Wir spielen mit der Realität, Folge 4: Titanen

Immer wieder hören wir in esoterischen und spirituellen Kreisen von bevorstehenden Dimensionswechseln, neuen Zeitaltern, Energieströmen und ähnlichem mehr. Offensichtlich haben einige Leute das Gefühl, daß das Zeitalter des Wassermanns — Wahrheit, Gerechtigkeit, Bionahrung, Atomwaffenabbau und Frieden allüberall — direkt, morgen oder so, zu uns kommt. Andererseits kann nicht mit letztendlicher Sicherheit ausgeschlossen werden, daß das Neue Zeitalter von radioaktiven Kannibalenzombies beherrscht werden wird. :)

Das 21. Jahrhundert ist intensiv damit beschäftigt, die Titanen auferstehen zu lassen — jene urmächtigen, ursprünglichen Erbauer unseres Kosmos, die in verschiedenen Mythologien auftauchen — als Riesen im germanischen Schöpfungsmythos, als Titanen („Τιτάνες“) in den griechischen Mythen, als Asuras in den indischen Sagen. Laßt uns an dieser Stelle nicht vergessen, daß Sagen ausnahmslos einen wahren Kern besitzen. Wenn, und das ist das Zauberwort (ha!) hier, wenn wir uns darauf einlassen.

Sobald diese titanischen Kräfte ihre Arbeit vollbracht haben, werden sie aus dem nunmehr geordneten Kosmos verstoßen, der dann von anderen Wesen bevölkert wird. Aber deswegen sind die Titanen nicht verschwunden, sie sind trotzdem immer DA, am Rande unseres Wahrnehmungshorizonts, an der Schneide der Wirklichkeit. Diese Titanen, zerstörerisch und schöpferisch zugleich, tauchen immer wieder als literarische Themen auf: der Konflikt zwischen Vernunft und rohem Instinkt. Der Hohepriester dieser Thematik ist zweifellos der Autor H.P. Lovecraft, dessen „Große Alte“ eine dauerhafte Faszination auf Okkultisten auszuüben scheinen, begleitet von anderen Pantheons dunkler, toter oder sonstiger anderweitig ungewöhnlicher Götter.

Der Sagenkreis der Titanen steht für die katabolen Kräfte, die für Veränderung in jedem System verantwortlich sind — auf kosmischer und subatomarer Ebene. Sind sie im Gleichgewicht, glauben wir, daß sie schlafen. Wenn allerdings ein System sich bis zu einem bestimmten Grad der Komplexität entwickelt hat, wird es zusehends instabil. Dies führt dann entweder zur Evolution auf einer höheren Eben, oder eben zum Zusammenbruch. Ein gutes Beispiel für titanische Kräfte und durch sie verursachte massive Veränderungen ist die derzeitige politische Lage auf der Welt.

Zu Krisenzeiten sind die Titanen aktiv oder werden aktiver: immer dann, wenn große Instabilität vonnöten ist, damit sich der evolutionäre Sprung vollziehen kann. Kernkraft ist so eine Technologie, die plötzlich den Zugang zum ursprünglichen Chaos der Titanen ermöglicht. Die Tore sind weit geöffnet, und die Evolution aller in dieser Biosphäre lebenden Wesen ist davon betroffen.

In dem Maße, in dem die Kraft der Titanen wieder auf die Erde zurückkehrt, wächst die Mitgliederzahl der Priesterschaft, die sie verehrt — machtbesessene Politiker und Unternehmer und ihrer Statthalter. Wie die inzüchtigen bösen Magier des Cthulhu-Mythos glauben auch sie, daß die Titanen kontrolliert werden können, daß sie das Rüstzeug dafür besitzen, nukleare und menschliche Kräfte gefahrlos zu kontrollieren. Die aktuelle Völkerwanderung, die bestehenden westlichen Wohlstand und Menschenleben auf beiden Seiten massiv bedroht, angeheizt durch gewissenlose Politiker, religiöse Führer und Schlepperorganisationen, und die letzten beiden großen atomaren Katastrophen (Chernobyl und Fukushima) sind erschreckender Beweis dafür.

Denn genau das ist das Problem: Die Titanen sind völlig amoralisch (nicht unmoralisch). Sie besitzen keine menschliche Intelligenz (sondern eine andere, weit ältere). Menschliche Denk- und Gefühlswelten bedeuten ihnen nichts. Der einzige Interaktionspunkt mit ihnen sitzt in unserem Reptiliengehirn, dem ältesten Teil unseres Hirns, in dem unser vorverbalen Atavismen und Instinkte beheimatet sind.

Wir nennen die von den Titanen verursachte Evolution des Bewußtseins „Titanen-Gnosis“. Die Erkenntnis wächst, daß das Überleben der Menschheit alle Grenzen übersteigt, ideologische und kulturelle; daß es notwendig ist, mit der Natur zu leben anstatt sie zu vernichten. Es scheint, als bewegten sich die Titanen in ihrem totengleichen Schlaf, umso mehr, je mehr Menschen aufwachen und die Notwendigkeiten begreifen.

Das Schwierige dabei ist, daß wir die Titanen brauchen, wenn wir den nächsten evolutionären Sprung erfolgreich (im Sinne von für die gesamte Menschheit erfolgreich) schaffen wollen. Ohne sie geht es nicht — und das ist gleichzeitig die große Gefahr für uns alle.

Visionäre, Träumer und Zauberer sind sich der Titanen-Gnosis bewußt. Viele von ihnen arbeiten aktiv daran, ihre Aktivitäten und Energien in eine positive Richtung zu lenken. Es ist be(un)ruhigend, daß alle unsere Aktivitäten, sei es positives Denken, Magie oder politische Arbeit, nur bedingt hilfreich sind. Die Titanen formen das Gefüge der Wirklichkeit selbst, sie sind die Wirklichkeit.

Anmerkung: Dieser Aufsatz wurde nach einer Reihe von Meditationen und Zeremonien geschrieben, die sowohl vor, als auch nach dem atomaren Großunfall von Chernobyl stattgefunden hatten.

Die OODA-Schleife und praktische Zauberei

In dieser Überschrift stecken gleich zwei Wörter, die entsprechend geneigte Leser „triggern“ könnten: „OODA“ ist ein strategisches Prinzip aus dem amerikanischen Militär, und „Zauberei“ hört sich für viele doof, kitschig und natürlich völlig unrealistisch an: Harry Potter, ne, is klar.

Ich steige zuerst beim zweiten Punkt ein. Zauberei, am simpelsten definiert als Vorgehensweisen, um Erfolgschancen zu steigern, am abgehobensten vom Erzgroßmeister Aleister Crowley erklärt als „the Science and Art of causing Change to occur in conformity with Will“ („die Wissenschaft und Kunst, Veränderungen in Übereinstimmung mit dem Willen hervorzurufen“), funktioniert tatsächlich. Dr. Dean Radin, ein weltweit bekannter „ernsthafter“ Wissenschaftler und Forscher, stellt seit vielen Jahren Versuchsreihen auf, um herauszufinden, ob wir Menschen kraft unserer Gedanken und dazugehöriger Rituale Einfluß auf unsere physikalische Umgebung haben. Seine Ergebnisse sind eindeutig: Ja, wir können. Dr. Radins Untersuchungen finden Anklang bei noch viel renommierteren Kollegen, darunter ein Nobelpreisträger für Physik, eine Nobelpreisträgerin für Chemie und die ehemalige Vorsitzende der Amerikanischen Vereinigung der Statistiker, einer der größten Gruppen ihrer Art.

Nochmal, um das wirklich deutlich zu machen: Führende Naturwissenschaftler unterstützen die in Labortests bewiesenen Forschungsergebnisse Dr. Radins, der sagt: Magie existiert, und sie funktioniert, und wir können sie lernen.

Ah, noch eins: Über Zauberei werde ich demnächst viel mehr schreiben. Sie ist brauchbar, in jeder Hinsicht. Ein Werkzeug, das wir in Kombination mit unseren anderen Methoden verwenden können. Ich persönlich tue das seit langer, langer Zeit. Was kann ich sagen? Es funktioniert!

Aber jetzt zum ersten Triggerwort: OODA. Es ist die Abkürzung für „Observe, Orient, Decide, Act“ — Beobachten, Orientieren, Entscheiden, Handeln. OODA ist eine unendliche Schleife; wenn wir alle Schritte durchlaufen haben, fangen wir wieder von vorne an.

Beobachten

Was passiert gerade? Wie beinflußt es mich? Welche Veränderungen will ich erreichen (oder keine)? Die Antworten sind immer gefärbt von unserem derzeitigen gesundheitlichen, geistigen und seelischen Zustand.

Orientieren

Wo stehe ich gerade? In welchem Verhältnis stehe ich zu dem, wohin ich will? Habe ich Arbeit? Eine Beziehung? Bin ich gesund? Oder krank? Depressiv? Bin ich zuhause? Im Ausland? Die Antworten auf diese Fragen beeinflussen die Qualität meiner Entscheidung. Wohin möchte ich? Was will ich?

Entscheiden

Jetzt muß ich mir eine Marschrichtung aussuchen. Wenn diese Richtung „alles bleibt beim Alten“ lautet, dann ist das auch eine Entscheidung. Aufbauend auf den beiden vorherigen Schritten, Beobachten und Orientieren, wird diese Marschrichtung mir helfen oder mich hindern, mein Ziel zu erreichen. Muß ich unbedingt meinen lauten Nachbarn per Zauberspruch gefügig/leise machen, oder reicht es vielleicht auch, über meinen Schatten zu springen und ihn freundlicher zu behandeln? Ist es wirklich sinnvoll, tausend traditionelle Geister zu beschwören, um mein häusliches Chaos zu beseitigen, oder würde ein gründlicher Hausputz inklusive Ausmisten wahre Wunder bewirken?

Handeln

Jetzt handle ich. Entweder bleibe ich auf der Spur, auf der ich mich gerade befinde, oder ich gehe in eine neue Richtung. Schrittweise Veränderung oder radikaler Umsturz? Meditation und Opfergaben oder gleich ins Kloster?

Und jetzt beginnt alles wieder von vorn. Ich beurteile meine Situation. Was hat sich verändert (Beobachten)? Wo stehe ich jetzt (Orientieren)? Was mache ich (Entscheiden)? Und los (Handeln)!

Fallstricke

Als ehemaliger Trainer für realitätsbasierten Selbstschutz und Militärkampf und jemand, der seit Jahrzehnten praktisch okkult/esoterisch/magisch praktiziert, habe ich Erfahrung in der Anwendung der OODA-Schleife. Es gibt Schwachstellen, und die liegen immer beim Anwender:

Wir wissen oft, was wir wollen, aber nicht, was wir brauchen. Eine der traditionellen Fragefolgen im tibetisch-buddhistischen Chöd-Ritual, in dem der Praktizierende visualisiert, von seinen Dämonen bei lebendigem Leib gefressen zu werden, lautet: „Dämon, was willst du? Dämon, was brauchst du?“. Je mehr Klarheit wir über diese unterschiedlichen Punkte haben, desto schneller kommen wir zum Ziel. Wir verrennen uns in lebenslangen Fantasien, wenn wir die Realität unserer Situation falsch einschätzen oder verdrängen. Der Sturz aus solchen Luftschlössern ist in aller Regel sehr, sehr schmerzhaft, manchmal sogar vernichtend.

Es ist entscheidend, die OODA-Schleife permanent anzuwenden. Die Welt verändert sich ständig, jede Sekunde. Was wir heute beobachten, kann morgen vielleicht schon völlig anders sein. Deshalb: dranbleiben.

Was ist denn dein Ziel? Gesundheit? Aber warum rauchst du dann immer noch wie ein gebrochener Schlot und schaufelst Kohlehydrate in dich rein? Gesundheit ist nicht dein Ziel, das ist klar. Deine Handlungen definieren dein Ziel. Und dein Ziel bestimmt deine Handlungen.

Zu guter Letzt: Ihr habt natürlich bemerkt, daß ihr OODA für alle Bereiche in eurem Leben einsetzen könnt; ein universelles Werkzeug, das euch mit Sicherheit helfen wird.

Wir spielen mit der Realität, Folge 3: Seltsamkeiten heraufbeschwören

Der folgende Text ist eine Übersetzung eines alten Klassikers des Westlichen Zen. Er tauchte zuerst in den 1980ern auf und gilt immer noch als einer der Eckpfeiler freien Denkens. Im Text erfahren wir einige äußerst brauchbare Techniken, um die starren Grenzen unseres Denken auszuweiten.

Mein alter Adept sagte immer zu mir: „Kumpel, es gibt nichts, was du nicht tun könntest, wenn du dich darauf konzentrierst.“
Also gingen wir los, in vollem Golden Dawn-Gewand, um die Flut an der Küste von Bournemouth aufzuhalten. Danach ließ er mich Sigillen herstelleb, um Harold Macmillans Haar zu Berge stehen zu lassen. Er gab sein Leben der Magie hin, erzählte er, nachdem er [Aleister; Anmerkung des Übersetzers] Crowley in einem türkischen Bad getroffen hatte, aber er besaß einen grenzenlosen Enthusiasmus, der ansteckend war. Man fühlte, also ob man alles tun könnte, egal wie albern oder unsinnig es war. Er pflegte zu sagen: „Wenn das Himmelreich in dir ist, warum gibst du mehr als 10 Pfund für okkulte Bücher aus?“ Hier sind einige der Dinge, die er mich tun ließ:

Alles, was wir wissen, läuft am Ende auf Vermutungen hinaus, also kehre alle Aussagen um oder baue das Wort „nicht“ in Behauptungen ein, springe, ohne vorher zu schauen, wohin. Wache eines Tages auf und versuche, deine alltägliche Realität zu verbannen — alles wird neu, ungewohnt und völlig verblüffend. Dinge werden intensiv und beängstigend.

Habe unrecht. Wir verbringen viel Zeit damit, nach „richtigen“ Antworten zu streben, nach richtigen Überzeugungen, danach, alles richtig zu machen. Richtig machen = Vertrauen = Erfolg. Langweilig! Habe unrecht!

Götter und Gurus. Von einem Gott oder einem Geistwesen besessen zu sein, erlaubt es dir, Dinge zu tun, die du normalerweise nicht tun könntest. Ein Guru liefert den Beweis, daß du auf einem Hochseil balancieren kannst, ohne runterzuzufallen, daß du im tiefen Teil des Schwimmbeckens spielen kannst, ohne zu ertrinken. Wahnsinn scheint ein Berufsrisiko für Zauberer zu sein. Also besser jetzt wahnsinnig werden, um später Zeit zu sparen. Harpo Marx war der größte Schamane Hollywoods. Könntest du etwa einen Gummihandschuh aufblasen und ihn dann melken?

Vernunft ist „da draußen“ und weniger in deinem Kopf, da sich die meisten Menschen für verrückter halten als jeder andere. Wenn wir zu viele verrückte Gedanken äußern, werden wir eingesperrt. Ich erinnere mich an eine Frau in der örtlichen Anstalt, die dachte, sie wäre ein Vogel in einem Käfig — sie hatte gelernt, darüber Stillschweigen zu bewahren, weil ihr das sonst nur zusätzliche Zwangsmedikamentierung und Elektroschocktherapie einbrachte. Sicher sein bedeutet gesund zu sein — seine eigenen verrückten Gedanken nicht auszusprechen. Zauberei kann bedeuten, deine eigenen verrückten Gedanken als Banden auf die Straße zu lassen.

Zauberei ist eine Sache der Straße. Magier müssen gesehen und gehört werden. Crowleys Trickster-Persona hat dies deutlich gezeigt;  er folgte im Zick-Zack Cagliostro, Simon Magus und unzähligen Schamanen und Hexen.

Ein guter Magier spielt für sein Publikum, sei es ein Stammesschamane, der Ifa praktiziert, oder ein Zauberer an der Straßenecke, der Talismane gegen Polizeiwillkür aus Blechdosen fertigt. Lerne zu jonglieren, zu tanzen, Schläge einzustecken und auszuteilen; das sind die wirklichen Siddhis. Wenn du wirklich zu einem kleinen Größenwahnsinnigen emporkommen willst, könntest du genauso einige Lacher einholen, während du auf dem Weg bist. Gib mir bitte den Zylinder.

Wir spielen mit der Realität, Folge 2: Erkenntnis

Erkenntnis wird in vielen Religionen und Philosophien „Gnosis“ (das griechische Wort) genannt. Sie wird verschiedentlich definiert als „intuitives Verständnis spiritueller Wahrheiten“, „tiefere Weisheit“ und „höchstes mystisches Wissen“ (.)

Gnosis ist der Schlüssel zum Spiel mit der Realität. Man könnte sie auch ganz einfach „Trance“ nennen, aber das führt in die Irre, weil in unserem Sprachgebrauch „Trance“ immer verbunden ist mit stark entrückten Bewußtseinszuständen (die in ihrer Ausprägung klischeehaft eher an Katatonie erinnern als an echte Trance). Dabei kann es auch schon Gnosis sein, ganz vertieft oder gelangweilt auf einem Blatt Papier zu kritzeln.

Gnosis erreichen wir dann, wenn wir uns in einem intensiven Bewußtseinszustand befinden. Dieser Zustand wird in verschiedenen spirituellen Traditionen No-Mind, One-Pointedness oder Satori genannt. Um diesen Zustand zu erreichen, versuchen wir, unser waches Bewußtsein von allen Sinneseindrücken und Vorstellungen zu befreien, die nichts mit dem Objekt unserer Konzentration zu tun haben.

Beispiele: konzentriertes Schauen auf eine Kerzenflamme. Konzentration auf ein Mantra oder einen Ton. Visualisierung einer Szene oder eines Gegenstands.

Wir können auf verschiedene Methoden der Gnosis zurückgreifen, vom rasenden Tanzen bis hin zur versunkenen Betrachtung einer Idee. Welche Methode auch immer gewählt wird, wir tun das so lange, bis wir in Ekstase versetzt werden.

Genau genommen sprechen wir von zwei verschiedenen Wegen, Gnosis zu erreichen: hemmende und erregende. Hemmende Methoden sind alle die, die Sinneseindrücke eindämmen und beruhigen (sitzende Meditation ist hier das klassische Beispiel, oder das oben erwähnte Starren in eine Kerzenflamme). Erregende Methoden sind alle die, die uns mit Sinneseindrücken überladen (der oben erwähnte rasende Tanz beispielsweise, oder schnelles, oberflächliches Atmen bis leichter Schwindel eintritt).

Das Erreichen der Gnosis kann für religiös orientierte Menschen zu „mystischen Erfahrungen“ führen — Besuch von Göttern, Dämonen oder der Offenbarung göttlicher Wahrheiten. Für uns, die wir die dehnbaren Grenzen unserer Realität austesten möchten, ist der Inhalt derartiger Erfahrungen weniger interessant als das, was wir damit machen können — in jenen Momenten der Gnosis können wir Heilzeichen abschicken (mehr dazu in einem meiner späteren Artikel), Wahrscheinlichkeiten zumindest geringfügig erhöhen, Intuitionen über das beste Vorgehen bekommen, und so vieles mehr. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß in der Vergangenheit viele Techniken der Gnosis durch den Gebrauch von Drogen verstärkt wurden — von Hexenflugsalben bis zu den LSD. Ich möchte hier deutlich klarstellen, daß ich diese Praktiken nicht unterstütze.

Jedes spirituelle System und jede Tradition ist unvollständig, wenn nur mit Theorie hantiert wird. Lernen allein ist von geringem Wert. Erst praktische Anwendung schafft Erfahrung. Es gibt dicke Bücher über Götter, Dämonen oder Geister, aber sie sind kein Ersatz für eine Begegnung beispielsweise mit einer Gottheit. Ich finde es sehr spannend, daß auch große historische Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft diese Techniken angewendet haben und auch heute noch anwenden. Andrew Carnegie beispielsweise, ein berühmter amerikanischer Stahlbaron, befragte vor wichtigen Geschäftsentscheidungen immer seine „Beraterrunde“: Geistwesen, die er in Trance traf und sich mit ihnen besprach.

Mein Vorschlag: Beginne heute mit einer spirituellen Übung. Meditation bietet sich dafür an. Übe möglichst jeden Tag, und wenn du mal nicht kannst, bleib gelassen. Steter Tropfen höhlt den Stein, heißt es immer, und es stimmt.

Wir spielen mit der Realität, Folge 1: Grundsätzliche Regeln

Wir sind eingebettet in ein lebendes Universum. Selbst diejenigen unter euch, die nicht daran glauben (oder nicht die Erfahrung gemacht haben), daß alles beseelt ist, müssen eingestehen, daß zumindest Pflanzen (Tiere ohnehin) empfindlich auf Ereignisse reagieren, die sie bedrohen. Spätestens die Tatsache, daß Pflanzen sterben, wenn sie nicht gegossen werden, ist Beweis genug, finde ich.

Ich starte heute eine Artikelserie zum Thema Konsens-Realität. Vor einigen Tagen  hatte ich bereits darüber geschrieben. Die Kurzdefinition dieses Begriffs faßte ich so:

(Unter Konsens-Realität) versteht man die Gesamtheit dessen, was die Allgemeinheit als „Realität“ versteht. Diese Realität ist seit einigen Jahrzehnten stark materialistisch geprägt; ihrer Ansicht nach gibt es weder eine Seele, noch Geistwesen, noch Götter, noch Energien, die wir Menschen beeinflussen oder steuern können.

Wir haben uns bereits angesehen, was passiert, wenn wir die „Weisheiten“ der Konsens-Realität beiseite lassen und so handeln, als wüßten wir nichts über die vermeintlichen Eigenschaften der Welt.

Heute geben wir unseren Experimenten eine Struktur. Beginnen wir… am Anfang.

Fast alle Systeme, die sich mit Veränderung oder Erforschung der Konsens-Realität befassen, bauen auf Konzepten auf, die einander stark ähnlich sind. Wichtig: Faßt diese Konzepte NICHT als theoretische Konstrukte auf, sondern stellt für euch persönlich fest, durch aktives Experimentieren, ob sie wahr oder falsch sind. Ein wahres Konzept gilt für uns automatisch als real.

  1. Das Ganze ist verschlüsselt in jedem seiner Bestandteile zu finden — „Wie oben, so unten“, lautet die alte Weisheit.
  2. Alles hängt miteinander zusammen, und alle Bestandteile haben Anteil an einem einzigen Bewußtsein.
  3. Das Ganze organisiert und ordnet sich selbst, und die Evolution aller Formen wird von ähnlichen Prinzipien bestimmt.
  4. Mit trainierter und zielgerichteter Willenskraft können wir Veränderungen auf unterschiedlichen Stufen der Organisiertheit bewirken (Wahrscheinlichkeit > Möglichkeit).
  5. Veränderung ist die einzige Konstante.
  6. Das Ganze ist größer als die Summe seiner Einzelteile.
  7. Unsere Überzeugungen bestimmen die Grenzen der Erfahrungen, die wir machen können.
  8. Die „Alltagsrealität“ ist nicht die Grenze unserer Erfahrung — wenn wir veränderte Bewußtseinszustände einnehmen, erfahren wir andere Wirklichkeiten.
  9. Die Wesen, denen wir in unseren Erlebnissen dieser anderen Wirklichkeiten begegnen, sind in diesen Wirklichkeiten real. Ihre relative Existenz oder Nicht-Existenz anzuzweifeln tut nichts zur Sache, weil sich das Universum so verhält, als seien sie real.
  10. Die Fähigkeit, Konsens-Realität zu erforschen und zu verändern, hat ihren Ursprung in einer transformativen Reise nach Innen.